“Eigentlich wollte ich dieses Jahr alles anders machen. Aber jetzt ist Ende Januar und ich hänge schon wieder genau da, wo ich letztes Jahr aufgehört habe.“
Diesen Satz hörte ich neulich von einer Kundin, und mal ehrlich: Wer von uns hat diesen Gedanken nicht auch schon mal im stillen Kämmerlein (oder vor der ungeöffneten Sporttasche) gehabt? Damit du direkt weißt, warum das kein Grund zum Aufgeben ist, findest du hier einen Überblick:
Inhaltsverzeichnis
- Der Neujahrs-Effekt: Zwischen Tatendrang und Autopilot
- Psychologie der Gewohnheit: Warum Fitness-Abos und Pläne oft im März scheitern.
- 5 Gründe für das Scheitern von Veränderungen
- Der Einfluss des Patriarchats
- Dein Nervensystem zieht die Handbremse
- Neuanfang jederzeit: Warum du für echte Veränderung kein Neujahr brauchst.
- Ausblick: Strategien zur nachhaltigen Transformation deiner Glaubenssätze.
Der Neujahrs-Effekt: Zwischen Tatendrang und Autopilot
Wie bist du ins neue Jahr gestartet? Bist du noch voller Energie und Tatendrang, oder läufst du schon wieder auf Autopilot?
Der Jahreswechsel ist oft so herrlich aufgeladen mit Wünschen, Plänen und der glühenden Hoffnung, dass dieses Jahr endlich alles besser wird...
Diesmal aber wirklich! Mehr Zeit für mich, endlich das Fitness-Abo nutzen, berufliche Durchbrüche, private Meilensteine... die Liste ist lang.
Doch wenn wir mal ganz ehrlich zu uns sind, kennen wir dieses Phänomen doch alle: Wir starten mit 150 % Elan, und allerspätestens im März hat uns der Alltag so gründlich eingeholt, dass wir uns fragen, wer eigentlich diese Person war, die am 1. Januar um 6 Uhr morgens meditieren wollte.
Psychologie der Gewohnheit: Warum Fitness-Abos und Pläne oft im März scheitern.
Das Entspannungs- und Fitnessprogramm wird zur lästigen Pflichtveranstaltung, berufliche Ziele gehen im Alltagschaos unter. Innerlich nimmst du ganz leise und unauffällig schon wieder Abstand zu deinen Vorhaben. “Ins Gym gehe ich morgen, oder übermorgen - ganz bestimmt.” Und die Bewerbung für den Speakerauftritt hat auch noch Zeit, schließlich bist du dir ja noch gar nicht sicher, ob du das wirklich kannst.
Alte Denk- und Verhaltensmuster übernehmen das Steuer und wichtige Projekte wandern wieder in die „Kruschel-Schublade“. Das ist die, wo alles reinkommt, was man vielleicht irgendwann mal gebrauchen könnte.
Zurück bleibt ein schaler Beigeschmack und die Standard-Ausrede: „Ach, ist ja eigentlich auch so ganz okay...“
Spoiler: Dein Problem ist nicht mangelnde Disziplin!
Bevor du dich jetzt selbst wieder klein machst: Es liegt nicht daran, dass du “zu schwach“ bist. Es gibt Gründe, warum sich neue Verhaltensmuster anfühlen, wie ein Karren, den du durch knietiefen Matsch schieben musst.
5 Gründe für das Scheitern von Veränderungen
Jeder Mensch hat im Laufe seines Lebens unbewusste Strategien entwickelt um irgendwie in seinem Wachstumsumfeld klar zu kommen. Hier lassen sich verschiedene Dynamiken erkennen, die alle ein Ziel haben: Dein Überleben sichern. Veränderungen bedeutet Gefahr, zumindest für unser steinzeitliches Gehirn. Aus diesen Dynamiken können wir 5 Persönlichkeitsanteile ableiten:
- Die Angestrengte: Es ist mühsam und schwer – dein inneres System ist auf Durchkämpfen programmiert
- Die Perfektionistin: Du willst es absolut perfekt machen – und stehst dir damit selbst so elegant im Weg, dass gar nichts mehr geht.
- Die Gefällige: Du willst es anderen recht machen – und verlierst dich selbst aus dem Blick
- Die Ungeduldige: Du spürst keine sofortige Veränderung? Dann muss was anderes her (Wir wollen die Ergebnisse am liebsten schon gestern, ich weiß...)
- Die Unbeugsame: „Ich muss es alleine schaffen.” Um Hilfe bitten macht dich schwach
Diese Anteile kennen wir alle mehr oder weniger stark. Und wenn du dich mal genau beobachtest, merkst du, dass sie in ganz unterschiedlichen Situationen aktiv werden.
Der Einfluss des Patriarchats
Gleichzeitig sehe ich noch einen Zusammenhang mit den patriarchal geprägten Strukturen in unserer Gesellschaft. All diese inneren Saboteur:innen arbeiten daran, dich in dieses soziale System rein zu pressen. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, die Stärke, Schnelligkeit, Effizienz voraussetzt. Empathie, Selbstliebe, Wärme, Nachhaltigkeit, werden als zu weiblich und damit nachrangig eingestuft. Das erklärt, warum vor allem Frauen so oft über diese Selbstsabotageprogramme stolpern.
Dein Nervensystem zieht die Handbremse
Irgendwann in deinem Leben waren diese Strategien mal hilfreich. Sie haben dich geschützt. Aber heute? Heute bremsen sie dich aus. Wissen ist hier leider nur die halbe Miete. Du kannst tausend Ratgeber lesen, aber wenn du deinen Körper – dein Nervensystem – nicht mitnimmst, bleibt der Karren im Matsch stecken. Das ist elementar.
Dein Unterbewusstsein lässt sich nicht von ein paar Motivationssprüchen am Badezimmerspiegel beeindrucken, da braucht es schon etwas mehr. Und dafür darfst du dich selbst wieder mit deinem Körper verbinden, um zu spüren, was auf der Ebene alles passiert.
Neuanfang jederzeit: Warum du für echte Veränderung kein Neujahr brauchst.
Ganz wichtig: Wer sagt eigentlich, dass echte Veränderung ein bestimmtes Datum im Kalender braucht? Nur weil der 1. Januar vorbei ist, heißt das nicht, dass deine Chance vertan ist.
Veränderung darf jederzeit losgehen. Heute, morgen oder an einem völlig unspektakulären Dienstagnachmittag im April. Der beste Zeitpunkt für ein Upgrade deines Lebens ist immer genau dann, wenn du entscheidest, dass du bereit bist – ganz ohne Raketen und Sektfrühstück.
Ausblick: Strategien zur nachhaltigen Transformation deiner Glaubenssätze.
Du willst wissen, wie du diese Schutzstrategien endlich lösen kannst? In meinen nächsten Beiträgen knöpfen wir uns jeden der 5 Punkte einzeln vor. Ich erzähle dir genau, wie du die Handbremse löst und dein Nervensystem mit ins Boot holst.
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Du darfst gespannt bleiben – und bis dahin: Atme weiter.
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