Willkommen zum nächsten Teil unserer Reihe über die inneren Saboteure. Bisher haben wir die Kämpferin und die Perfektionistin kennengelernt. Heute werfen wir einen Blick auf einen Anteil, der oft besonders leise auftritt, aber eine enorme Macht über unsere Lebensgestaltung hat: Die Gefällige oder auch: die People Pleaserin.
Bevor wir eintauchen, ein kleiner Reminder: Wir alle tragen diese Anteile, mehr oder weniger stark ausgeprägt in uns. Keiner ist besser oder schlechter. Nimm die folgenden Zeilen wertfrei und mit einem Augenzwinkern an – sie sind eine Einladung, dich selbst noch ein Stück besser zu verstehen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Das Das Credo: Harmonie um jeden Preis
- 2. Woran du die Gefällige erkennst
- 3. Die psychologische Dynamik: Anpassung als Schutz
- 4. Körperliche Signale: Das Nervensystem auf Empfang
- 6. Lösung: Deine Grenzen spüren und Bedürfnisse wahrnehmen
1. Das Das Credo: Harmonie um jeden Preis
Die People-Pleaserin hat ein klares Ziel: Es allen recht machen, um bloß nicht anzuecken. In ihrem Kopf kreisen Fragen wie: „Was denken die Leute von mir, wenn ich das so mache?“ oder „Kommt das bei den anderen wirklich gut an?“ Ihr wunder Punkt ist die Angst vor Ablehnung. Eigene Meinungen, Ideen und Bedürfnisse werden sofort hinten angestellt, sobald die Gefahr besteht, als egoistisch wahrgenommen zu werden.
2. Woran du die Gefällige erkennst
Achte mal auf deine sprachlichen Muster. Die People Pleaserin nutzt oft Sätze, die Eigenverantwortung abgeben oder gesellschaftliche Normen über das eigene Wohl stellen:
- „Das macht man doch nicht.“
- „Das darf man so nicht sagen.“
- „Entscheide du lieber, ich bin damit zufrieden.“
Stimmlich kommt oft sehr viel Helligkeit mit in deinen Klang, was fast etwas kindlich wirken kann. Wenn dieser Antreiber wirksam wird, enden Aussagen häufig mit einem Fragezeichen, die Stimme geht am Satzende hoch statt runter. Gerade in Verhandlungen oder Verkaufsgesprächen ein absolutes No-Go, wenn du kompetent rüberkommen willst.
3. Die psychologische Dynamik: Anpassung als Schutz
Mental und emotional bist du als People Pleaserin eine Meisterin der Anpassung. Du hast feine Antennen für Konflikte und versuchst, diese im Keim zu ersticken – meist, indem du dich selbst zurücknimmst.
Hinter diesem Verhalten steckt oft eine Erfahrung aus der Vergangenheit: Die Lektion, dass man nur geliebt wird, wenn man unauffällig ist und nichts fordert. Das führt dazu, dass du vieles persönlich nimmst: Wenn dein Gegenüber schlechte Laune hat, suchst du den Grund sofort bei dir.
4. Körperliche Signale: Das Nervensystem auf Empfang
Körperlich ist dieser Anteil oft sehr „durchlässig“:
- Scanning-Modus: Dein Nervensystem analysiert instinktiv jede Regung deines Gegenübers. Du nimmst viel wahr.
- Haltung: Dein Körper macht sich eher klein, dein Muskeltonus ist eher unterspannt. Deine Atmung bleibt dabei meist flach.
- Du wirkst „weich“. Bist präsent im Außen, aber selten in dir.
- Die Maske: Du lächelst viel, um die soziale Ordnung zu bewahren, selbst wenn dir innerlich gar nicht danach zumute ist.
- 5. Die Gefahr: Wenn du dich im Außen verlierst
Wenn die Gefällige das Steuer übernimmt, läufst du Gefahr, dich komplett formen zu lassen.
Ich habe schon Menschen im Coaching gehabt, die sich in dogmatischen Lebensentwürfen oder fremden Weltanschauungen verloren haben – nicht aus Überzeugung, sondern weil es sich sicher anfühlte, anderen zu folgen. Veränderung wird unmöglich, weil du dich immer erst fragst, ob dein Umfeld damit einverstanden ist.
6. Lösung: Deine Grenzen spüren und Bedürfnisse wahrnehmen
Um diesen Anteil zu entmachten, darfst du den Fokus radikal von außen nach innen verschieben:
- Werte-Check: Was macht DICH aus? Was sind DEINE Werte und Bedürfnisse? Überprüfe täglich, ob du sie selbst lebst oder nur die der anderen.
- Körperliche Präsenz: Übe, deine Körpergrenzen wieder zu spüren. Das geht wunderbar durch Selbstmassage, Abklopfen oder bewussten Bodenkontakt (Earthing).
- Selbstwahrnehmung: Verbinde dich wieder mit dir selbst – „Ich spüre mich und nehme meine Bedürfnisse wahr.“
Kommt dir das bekannt vor? Hast du dich schon mal dabei ertappt, wie du „Ja“ gesagt hast, obwohl dein ganzer Körper „Nein“ geschrien hat?
Schreib mir deine Erfahrungen gerne in die Kommentare! Ich bin gespannt, ob du dich in diesem Typ wiederfindest.
Stay tuned: Im nächsten Teil geht es um eine Saboteurin, die keine Zeit zu verlieren hat – die Ungeduldige.
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